Wie kann Selbstbestimmung auch dann gewahrt bleiben, wenn man aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr selbst entscheiden kann? Dieser Frage widmete sich ein Informationsabend zur Rechtslage am Lebensende, zu dem der SPD-Ortsverein Gunzenhausen eingeladen hatte.
Begrüßt wurden die Gäste von Bianca Bauer, Bürgermeisterkandidatin der SPD, die auch durch den Abend führte. In ihrer Einführung machte sie deutlich, dass Vorsorge ein Thema ist, das alle Generationen betrifft: „Selbstbestimmung endet nicht mit Krankheit oder Alter. Sie braucht Wissen, rechtliche Klarheit und frühzeitige Entscheidungen.“
Fachlicher Input von Prof. Dr. Alexander Schraml
Referent des Abends war Prof. Dr. jur. Alexander Schraml, Vorstandssprecher der Genossenschaft Kommunale Altenhilfe Bayern, Vorsitzender des Bundesverbandes der kommunalen Senioren- und Behinderteneinrichtungen sowie Lehrbeauftragter an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt.
In seiner Präsentation erläuterte er verständlich und praxisnah die rechtlichen Grundlagen von Betreuung, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Ausgangspunkt war die gesellschaftliche Entwicklung: Die Zahl pflegebedürftiger und dementer Menschen nimmt zu, zugleich steigen die medizinischen Möglichkeiten zur Lebensverlängerung. In vielen Fällen müssen Entscheidungen getroffen werden, ohne dass klare rechtliche Vorgaben der Betroffenen vorliegen.
Vorsorge schafft Klarheit und Sicherheit
Prof. Dr. Schraml machte deutlich, dass das heutige Betreuungsrecht keine Entmündigung darstellt, sondern eine gezielte Unterstützung in klar definierten Aufgabenbereichen. Gleichzeitig könne eine gut formulierte Vorsorgevollmacht häufig die Bestellung eines Betreuers vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Patientenverfügung. Dabei wurde erläutert, unter welchen Voraussetzungen sie wirksam ist und warum konkrete Festlegungen zu bestimmten Behandlungssituationen entscheidend sind. Allgemeine Formulierungen reichen im Ernstfall oft nicht aus.
Austausch und Ausblick
Im Anschluss nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, Fragen zu stellen und individuelle Aspekte der eigenen Vorsorge zu klären. Der Abend zeigte deutlich, wie wichtig Information und fachliche Beratung für selbstbestimmte Entscheidungen sind.
Mit der Veranstaltung setzte der SPD-Ortsverein Gunzenhausen einen klaren Schwerpunkt auf Aufklärung und Selbstbestimmung. Bianca Bauer kündigte an, das Thema Vorsorge auch künftig aufzugreifen und entsprechende Informationsangebote vor Ort zu unterstützen.